Die CSU gehört nicht zu Deutschland – König Horst und sein Gefolge

26 Jun

Im Jahre der Kanzlerin 2007 wurde ich zum ersten Mal auf die CSU aufmerksam. Ich hatte mich schon vorher mäßig für Politik interessiert, aber die fadenscheinige Debatte um Jugendschutz und Gewalt in Videospielen die von der CSU damals losgetreten wurde hat mir dann doch erhöhte Aufmerksamkeit aufgedrängt.

Dabei gab es durchaus schon vor der pseudo-Christlichen Machübernahme Grund zur Besorgnis. Zum Beispiel als Stammel-Stoiber 2005 der politischen Bewegungen in den neuen Bundesländern gewahr wurde und proklamierte er „akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird.“ Als er dann in seiner Entschuldigung (!) mehrere Tage später meinte, dass es ja keine Probleme gäbe, wenn es überall so aussähe wie in Bayern, ahnte man doch wo der politische Horizont der CSU endet.

Pünktlich zum Landtags-Wahlkampf 2007 entdeckte dann Bayerns Innenminister Günther Beckstein das Thema Jugendschutz für seine Parteiklientel, und behauptete, entgegen jeder wissenschaftlichen Erkenntnis, der Konsum von Actionspielen würde „die Hemmschwellen für die eigene Gewaltbereitschaft in der realen Welt“ verringern. Becksteins Kampagne war so erfolgreich, dass die CSU bei der Landtagswahl erstmalig unter die fünzig-Prozent-Marke rutschte, wohl auch weil Deutsche Spielemagazine die Worthülsen erkannten und die „Killerspiele“-propagierenden CSU-Hirsche als „Spielekiller“ entlarvten. Das Jugendschutzgesetz blieb übrigens von der Aktion weitgehend unberührt. Einzig, USK-18-Spiele dürfen nicht mehr frei beworben werden, was Versandhäusern wie Amazon Rücken und Brieftasche gestärkt hat.

spielekillervorlage

Beckstein Spielekiller-Debatte 2007 offenbarte erneut die Sinnlosigkeit der CSU. Na, wer erkennt alle vier Prollos?!

Nennenswert waren auch die Beiträge der CSU-Ministerin für Verbraucherschutz, Nahrung und Agrarwirtschaft, Ilse Aigner, die wie kaum ein Minister zuvor die Agrarfunktionäre vor den Verbrauchern schütze. Nahrungs-Ilse hat die Agrarwirtschaft in dermaßen viele freiwillige (!) Selbstkontrollen gezwungen, dass die meisten Massentierhalter und Wurstfabrikanten mittlerweile zweimal täglich in ihrem Geldspeicher schwimmen müssen, um den Geruch vor Tierfäule und Pflanzengift abzuschaben den sie kontrollfrei auf den Deutschen Markt schieben.

Und nun auch noch König Horst. Der Innenminister der sich fast ausschließlich mit den Europäischen und Deutschen Außengrenzen beschäftigt. Der Heimatminister der den Zusammenhalt stärkt indem er Menschen muslimischen Glaubens explizit ausgrenzt. Der Bauminister der sich noch 2013 gegen die Nutzung von Windenergie und den Bau von Stromtrassen in Bayern einsetzte, wohl in der Hoffnung die Bayrische Industrie würde von fröhlichen blau-weißen Kälbern auf ihrem Weg zum Schlachthof mit Batterien versorgt werden.

Neuerdings fordert der egozentrische Platzhirsch auch noch EU-rechtswidrige Zurückweisungen von Flüchtlingen an den in Deutschland nicht-vorhandenen Grenzübergängen zu Nachbarstaaten. Die von König Horst angeregte Debatte/Erpressung vor dem Hintergrund der Flüchtlichgsverteilung innerhalb Europas ist symptomatisch für alle politischen Themen die die CSU in den letzten zwanzig Jahren angefasst hat – die Diskussion ist einseitig uninformiert; sie wird ohne tatsächliche Argumente geführt; und die angepriesenen „Lösungsvorschläge“ erfüllen keinerlei Zweck außer der temporären Gewinnung rechts-konservativer Wähler im eigenen Bundesland.

Urheberrechtsverletzung

Die CSU macht sich mit ihrer rechten Polemik in Deutschland nicht viele Freunde. via paolo-calleri.de

Seit zwanzig Jahren führt die CSU mit ihren konservativen Balzritualen die verbündeten Kollegen der CDU vor, und den Deutschen Wähler an der Brieftasche herum. In zwanzig Jahren gab es von den unchristlichen Asozialen keine Gesetzesentwürfe die nicht in erster Linie dem Wahlkampf im eigenen Bundesland dienten. Seit 1949 spukt die gemeinschaftliche Bundestagsfraktion von CDU und CSU im deutschen Bundestag umher, und spätestens seit der Jahrtausendwende zeigt die CSU keinerlei Interesse am Bürgertum das über solide Nazi-Polemik hinausginge.

Die CSU will auf Bundesebene nicht mitgestalten, hat nicht das Interesse des Bürgers im Auge, und setzte sich nicht für den wie-auch-immer-gearteten Schutz des Bürgers ein. Ansonsten hätten die Bayern ihre politischen Ämter dazu genutzt die Energieversorgung zu gewährleisten, Polizisten einzustellen, oder Lebensmittelhersteller zu kontrollieren. All diese Themen lagen und/oder liegen in der CSU-Kompetenz; blieben aber in Ermangelung echten Interesses unberührt. Jüngste Äußerungen führender CSU-Politiker haben erneut gezeigt, dass diese Partei ausschließlich mit ihrem eigenen Machterhalt beschäftigt ist. Dieses Problem lässt sich nicht spontan lösen, da sich Dummheit und Arroganz nicht verbieten lassen.

Aber zumindest kann die CDU den angerichteten Schaden stark begrenzen, indem sie die Koalition mit jener Partei aufkündigt, und die Kampfhähne der CSU zurückschickt in ihre Heimat, wo sie auf immer ihren Machtkampf gegen die Realität weiterführen mögen. Ganz im Sinne der eigenen Außenpolitik – egal was aus den Problemkindern wird, Hauptsache ich muss die nicht mehr sehen.

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