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Sonderfall Maaßen: mach die Hobby-Paranoia zum Beruf

27 Sep

Eigentlich wollte ich ja nichts mehr über den Wahlkampf zum Bayerischen Landtag 2018 schreiben. Aber dann wurde dieser Maaßen befördert, und in Folge totaler Blamage aller beteiligten Parteien sehe ich mich nun genötigt erneut zur Tastatur zu greifen.

Dabei fing doch alles so harmlos an. Ende August kam es im groben Rahmen des Stadtfestes zu Chemnitz zum Handgemenge, wobei ein Deutscher erstochen wurde. Die Polizei nahm daraufhin mehrere Tatverdächtige fest. Das hätte es eigentlich schon gewesen sein können, aber wie sich herausstellte waren die Verdächtigen nicht deutschen Ursprungs, und das führte spontan zu Komplikationen. Denn hierzulande werden echte Deutsche gefälligst von echten Deutschen erstochen. Anstatt also die Polizei einfach ihre Arbeit machen zu lassen griff man in Sachsen eine handfeste Tradition im Namen des Fremdenhasses randalierend durch die Straßen zu ziehen. Also wie in Bayern, nur halt mit mehr Gewaltbereitschaft. Da haben unsere Ost-Nazis einfach demografische Vorteile.

Chemnitz via Getty Images

Nazis brauchen eigentlich keinen Grund um ihre Dummheit auszuführen. Aber wenn sie einen finden feiern sie eine schöne braune Party. via Getty Images

Im Rahmen dieser spontan zusammengeflickten Demonstrationen kam es zu unschönen Szenen bei denen anders-aussehende Mitmenschen durch die Straßen oder von Plätzen gejagt wurden. Auch das ist im AfD-geprägten Raum kein Novum mehr. Seit Jahren kursieren im Internet Videos die dokumentieren wo und wann Ausländer von Rechtsextremen angepöbelt oder angegriffen werden. Was genau also den Oberaufseher des Verfassungsschutzes, H-G Maaßen, dazu veranlasste sich ein einzelnes Video vom 26. August herauszunehemn und dessen Echtheit in Frage zu stellen lässt sich nur schwierig aufarbeiten. Vielleicht war ihm ja einfach nur langweilig. Jedenfalls ließ sich Herr Maaßen gut zwei Wochen nach der initialen Messerattacke dazu verleiten vor die Presse zu treten und die Geschehnisse zu kommentieren. Vor den Ohren des hochseriösen Boulevardpapiers „Bild“ sagte er: „Nach meiner vorsichtigen Bewertung sprechen gute Gründe dafür, dass es sich um eine gezielte Falschinformation handelt, um möglicherweise die Öffentlichkeit von dem Mord in Chemnitz abzulenken.“ Auf die angeblichen „Belege“ die der verfasste Schützer dabei zitiert warten wir bis heute vergeblich. Vermutlich weil er sich die genau aus der braunen Soße gezupft hat die auch seinem Chef, König Horst, als primäre Ideenquelle dient.

Jetzt kann man lange und ausdauernd darüber diskutieren, welche Personengruppen hierzulande Interesse daran hätten von einem „Mord […] abzulenken“. Da diese Art Vertuschungstaktik traditionell in den Arbeitsbereich des Verfassungsschutzes fällt, könnte man zudem meinen, Maaßen fühle sich einfach in der Befehlskette übergangen. Aber diese Diskussion hilft uns überhaupt nicht dabei zu verstehen, warum Maaßen lieber Verschwörungstheorien aus der Taufe hebt als zuzugeben, dass es in Ostdeutschland eine rechte Szene gibt. Es gibt bei uns im Osten viele gewaltbereite Nazis. Das ist schon lange bekannt, nicht erst seitdem der Verfassungsschutz erfolglos versuchte die NSU-Mordserie zu vertuschen. Rechte Gewalt lässt sich einfach nicht schönreden. Wegreden schon gar nicht. Herr Maaßen sah und sieht das anders, und genau darum riefen führende Politiker umgehend nach seinem Abgang von der politischen Bühne.

HG Maassen via Bundesamt für Verfassungsschutz

Würden Sie von diesem Filz-Igel eine Verfassung kaufen? Mir fällt jedenfalls kein öffentlicher Posten ein an dem ich dieses Gesicht gern sehen würde. – Foto via Bundesamt für Verfassungsschutz

Dem Superminister für Heimat, Inneres und Bau (letzteres gibt mir bis heute Rätsel auf) war es jedoch wichtig seinem geistigen CDU-Genossen den Rücken zu stärken. Selbst nachdem Vertreter seiner eigenen Partei Kritik an Maaßens Verschwörungs- und Vertuschungstheorien äußerten blieb König Horst bei seiner strittigen Meinung, dass Maaßen richtig gehandelt habe. Als dann der öffentliche Druck zu groß wurde um den obersten Verfassungsschützer im Amt zu halten, setzte sich Seehofer fix für eine Beförderung desselben in sein eigenes Ministerium ein: Maaßen sollte bei 20% Gehaltserhöhung Staatssekretär im Innenministerium werden. Selbst der SPD, welche ja in den vergangenen fünf Jahren nie mit Kritik an der Regierungsführung sparte, leuchtete diese Beförderung sofort ein. Frau Nahles, die Vorsitzende des inoffiziellen Merkel-Fanclubs, stimmte dem Versetzungsvorschlag umgehend zu. Über den enormen politischen Spagat der die SPD seit Jahren dazu befähigt die Regierungsführung zu kritisieren und selbige gleichzeitig zu unterstützen wird an anderer Stelle zu sprechen sein. Soviel Zeit haben wir heute nicht.

Frau Nahles jedenfalls begründete ihre Zustimmung zum Beförderungspakt mit einem drohenden Bruch der Koalition. Wozu wir eine Koalition überhaupt brauchen die sich nur mit sich selbst beschäftigt, und die ständig irgendwelchen Landtagswahlkämpfern Geschenke überreicht, sei mal dahingestellt. Was wir aber auswerten sollten ist die Sinnhaftigkeit einer Regierung die Verschwörungstheoretiker mit Beförderungen belohnt.

Warum kann der HG Maaßen eigentlich nicht einfach seine Arbeit machen? Seine Äußerungen im Rahmen der rechtsextremen Übergriffe rund um Chemnitz tun überhaupt nichts zum Schutz der Verfassung. Schön wäre hingegen, wenn der Verfassungsschutz mal hart durchgreifen würde gegen Nazis und Rechtspopulisten, also Leute die aktiv die Integrität des deutschen Staates gefährden. Glattrasierte Demonstranten die den Hitlergruß winken – sofort inhaftieren. Menschen die verbal gegen andere Menschengruppen hetzen – sofort einsperren. Aber da fühlen sich zu viele Politiker des deutschen Bundestages vermutlich selbst angesprochen, weswegen eine entsprechende Regelung hierzulande in absehbarer Zeit nicht greifen kann.

Indes hat Frau Merkel nunmehr eingesehen, dass sie selbst in dieser Affäre nicht schnell und hart genug durchgegriffen hat. In einer Pressekonferenz am 24.9. merkelte sie an, dass es irgendwie doof sei, wie die Koalition total am Volkswillen vorbei entschieden hätte. War ja auch nicht zu erwarten, dass der Pöbel sich einer eigenen Meinung zur Unfähigkeit der sie verwaltenden Regierung erdreistet. Frau Merkel hat jedenfalls eingesehen, was ein Mensch der komplette Unfähigkeit im Amt beweist nicht verdient: eine Beförderung. Jetzt gilt es ihrer Lobbyisten-Clique klarzumachen was er stattdessen verdient: einen saftigen Rausschmiss.

Wäre ich Sicherheitsbeauftragter eines Mechanikerbetriebes, und unter meiner Aufsicht fiele einem minderbemittelten Arbeiter der Schwingschleifer auf den Clownsfuß, und ich stellte mich unaufgefordert vor die Presse und sagte: „die Juden warn’s.“ Dann stünde ich am Folgetag mit einigen anderen schwer vermittelbaren Trotteln vor dem nächstgelegenen Arbeitsamt.

Wenn ich aber als Präsident des Verfassungsschutzes anstatt meiner Arbeit nachzugehen wilde Theorien verbreite, über die Inszenierung einer rechten Szene durch linksradikale Verschwörungsgruppen, dann schafft man für mich einen Posten als „Sonderberater“ im Innenministerium. Im Grunde ist die Botschaft aus dem Ministerium doch folgende: „Diese weltfremde Paranoia ist so ausgefallen und für unsere eigenen Zwecke zielführend, davon brauchen wir unbedingt mehr. Zukünftig machst du das hauptberuflich.“

Vielen Dank an die SPD, für ihr gewohntes Stammeln und Schweigen zu Themen die Wählen bewegen. Danke an die CDU für die Bereitstellung des Streitobjektes. Und Danke an die CSU für die bedingungslose Unterstützung realitätsferner Verschwörungsphantasien. Weniger hatten wir von Euch auch nie erwartet.

Urheberrechtsverletzung

Ich schätze ja bis Ende des Jahres ist der Herr Maaßen entweder von der öffentlichen Bühne verschwunden, oder in die Parteipropaganda der CSU integriert. Er passt da einfach rein. – Bild via paolo-calleri.de

Heul doch! Türkische Diktatoren und deutsche Hetze

23 Jul Mesut Özil via 123rf.com

Ich interessiere mich eigentlich überhaupt nicht für Fußball. Immer nur mauern, immer schauspielern; immer erst fünf Sekunden auf dem Rasen herumrollen bis die richtige Kameraperspektive gefunden ist. Langweilig! Selbst von der gerade erst vergangenen Weltmeisterschaft in Russland habe ich nur ein Spiel gesehen – zufälligerweise exakt das Spiel in dem die deutsche Nationalmannschaft glimpflich davongekommen ist. Und auch das nur, weil ich im Parkclub eine Einmietung betreut habe bei der die Gastgeber unbedingt das Spiel auf unseren Fernsehern verfolgen wollten. Nur so kann man mich überhaupt dazu bewegen mich zum Fußball zu äußern: indem man unabdingbar und laut lärmend um mich herumdribbeln.

So nun las ich in der Morgenzeitung über den Rückzug von Mesut Özil aus der deutschen Nationalmannschaft, begründet nicht, wie sonst üblich, mit altersbedingtem Leistungsabfall, schlechter Presse, oder höherer Gehaltsaussicht im Trainerposten, sondern durch Fremdenfeindlichkeit. Das Thema ist natürlich ein alter Hut, und wird hierzulande mittlerweile mit Gähnen kommentiert. Umso interessanter ist allerdings die Diskussion unter den Kommentierenden.

Mesut Özil via 123rf.com

Mesut Özi bleibt immer in Bewegung. Auf dem Platz rollt er in seinem eigenen politischen Abfall; außerhalb weich er deutschem Rassismus aus. via 123rf.com

Die deutschen Pressestimmen lassen in ihrer Darstellung keinen Zweifel daran, dass hier ein politisches Neymar-Manöver stattfindet. Erneut geht es um Özils werbewirksames Foto mit Sultan Erdogan, kurz vor der türkischen Präsidentenwahl 2018. Erneut geht es um Özils fotografische Unterstützung eines mutmaßlichen Diktators, und um die Frage ob ein gebürtiger Deutscher sich in die politische Agenda eines osteuropäischen Gewaltregimes einspannen lassen sollte.

Wer aber Özils Erklärung gelesen hat, weiß, dass die Presse sich hier ihre eigene Geschichte zurechtbastelt. Ganz offiziell begründet der Gelsenkirchener mit den türkischen Wurzeln seinen Rücktritt mit dem plakativen Rassismus der ihm in Deutschland entgegenschlägt. Und das sollte man eigentlich auch genau so respektieren.

Natürlich ist von Nationalspielern eine gewisse Abhärtung gefragt. Jede Putzhilfe muss in ihrem Arbeitsumfeld mentale Erniedrigungen ertragen; da sollten Pressesternchen mit Millionengehältern auch nicht zimperlich sein. Kann gut sein, dass der ehemalige Nationalspieler mit derart viel Rassismus und Fremdenhass konfrontiert wurde, dass es ihm einfach zuviel wurde. Da kann man schon mal seinen Job kündigen, wenn man sich am Arbeitsplatz nicht mehr wohl fühlt. Angeblich zahlt Arsenal London ihm um die €20 Millionen jährlich, und die Inselbewohner sind ja auch nicht gerade Musterbeispiele der Toleranz. Bei den von Özil vorgebrachten Anschuldigungen gegen deutsche „Fußballfans“ insgesamt, und Vertreter des DFB im speziellen, wundert es mich nicht, dass er seinen hiesigen Posten aufgibt. Das Londoner Gehalt reicht locker aus um mehrere Großfamilien bis ans Ende ihrer Tage durchzufüttern; der zusätzliche Stress in der deutschen Nationalelf, und die damit verbundene Moppelkotze die durch die hiesigen Boulevardblätter strömt, muss man sich bei aller Vaterlandsliebe nicht antun.

Mesut Özil Nationalabschied via Twitter

Mesut Özils Nationalabschied via Twitter. Um Politik geht’s da auch, aber seine Begründung fußt erstmal auf Fremdenfeindlichkeit. Und da hat er recht.

Eine wesentliche Kritik muss ich aber doch anbringen. Wer sich ungezwungen mit dem türkischen Amts-Sultan ablichten lässt, der kann sich nicht darüber beschweren als Deutsch-Türke bezeichnet zu werden. Du bist Deutscher, mit türkischer Familie. Es gab keinen deutschen Nationalspieler ohne türkische Familie der sich mit Erdogan fotografieren ließ. Die Verbindung ist daher so offensichtlich wie jener zu deinen Sponsoren Mercedes und Adidas. Erdogan hat ja nicht einmal was in Özils Spendenbox geworfen; warum also die Werbetrommel für ihn rühren?

Da kannst du gern hinterher beteuern nichts gewusst zu haben, von den Inhaftierungen und Foltern, dem versuchten Genozid an den Kurden, der Presseverfolgung, dem Verbot kritischer Meinungen, der Anstrebung einer Diktatur. Über Erdogans schändliches Verhalten wurde jahrelang und ausführlich berichtet. Wenn du davor deine Augen verschließt ist das deine eigene, bewusste Entscheidung, die sich nicht durch „Respekt vor dem Amt“ wegwischen lässt. Wer einen Diktator unterstützt, und sei es nur verbal, der ist hierzulande gezwungen sich dazu zu äußern. Politisches Engagement lässt sich durch kein Sportabzeichen der Welt überkleben, und in diesem Punkt fehlt bei Mesut Özil bis heute jede Einsicht.

Sportplatz in Alesund, Norwegen

Blühende Landschaften, nicht nur im Osten. Hier mal ein friedliches Bild von einem Sportplatz in Norwegen.

Mein Fazit ist dies: Mesut Özil spielt nicht mehr für die deutsche Nationalmannschaft, und hat seine Entscheidung mit der offenen Fremdenfeindlichkeit deutscher Personen und der politischen Agenda des hiesigen Fußballbundes begründet. Dafür respektiere ich ihn. Er hat aber auch maßgeblich dazu beigetragen, dass im mittleren Osten ein neuer Diktator an die Macht streben kann, und hat in der anschließenden Diskussion selbst die Rassismuskarte gezogen. Und für dieses politische Naymar-Manöver denunziere ich ihn.

Die CSU gehört nicht zu Deutschland – König Horst und sein Gefolge

26 Jun

Im Jahre der Kanzlerin 2007 wurde ich zum ersten Mal auf die CSU aufmerksam. Ich hatte mich schon vorher mäßig für Politik interessiert, aber die fadenscheinige Debatte um Jugendschutz und Gewalt in Videospielen die von der CSU damals losgetreten wurde hat mir dann doch erhöhte Aufmerksamkeit aufgedrängt.

Dabei gab es durchaus schon vor der pseudo-Christlichen Machübernahme Grund zur Besorgnis. Zum Beispiel als Stammel-Stoiber 2005 der politischen Bewegungen in den neuen Bundesländern gewahr wurde und proklamierte er „akzeptiere nicht, dass der Osten bestimmt, wer in Deutschland Kanzler wird.“ Als er dann in seiner Entschuldigung (!) mehrere Tage später meinte, dass es ja keine Probleme gäbe, wenn es überall so aussähe wie in Bayern, ahnte man doch wo der politische Horizont der CSU endet.

Pünktlich zum Landtags-Wahlkampf 2007 entdeckte dann Bayerns Innenminister Günther Beckstein das Thema Jugendschutz für seine Parteiklientel, und behauptete, entgegen jeder wissenschaftlichen Erkenntnis, der Konsum von Actionspielen würde „die Hemmschwellen für die eigene Gewaltbereitschaft in der realen Welt“ verringern. Becksteins Kampagne war so erfolgreich, dass die CSU bei der Landtagswahl erstmalig unter die fünzig-Prozent-Marke rutschte, wohl auch weil Deutsche Spielemagazine die Worthülsen erkannten und die „Killerspiele“-propagierenden CSU-Hirsche als „Spielekiller“ entlarvten. Das Jugendschutzgesetz blieb übrigens von der Aktion weitgehend unberührt. Einzig, USK-18-Spiele dürfen nicht mehr frei beworben werden, was Versandhäusern wie Amazon Rücken und Brieftasche gestärkt hat.

spielekillervorlage

Beckstein Spielekiller-Debatte 2007 offenbarte erneut die Sinnlosigkeit der CSU. Na, wer erkennt alle vier Prollos?!

Nennenswert waren auch die Beiträge der CSU-Ministerin für Verbraucherschutz, Nahrung und Agrarwirtschaft, Ilse Aigner, die wie kaum ein Minister zuvor die Agrarfunktionäre vor den Verbrauchern schütze. Nahrungs-Ilse hat die Agrarwirtschaft in dermaßen viele freiwillige (!) Selbstkontrollen gezwungen, dass die meisten Massentierhalter und Wurstfabrikanten mittlerweile zweimal täglich in ihrem Geldspeicher schwimmen müssen, um den Geruch vor Tierfäule und Pflanzengift abzuschaben den sie kontrollfrei auf den Deutschen Markt schieben.

Und nun auch noch König Horst. Der Innenminister der sich fast ausschließlich mit den Europäischen und Deutschen Außengrenzen beschäftigt. Der Heimatminister der den Zusammenhalt stärkt indem er Menschen muslimischen Glaubens explizit ausgrenzt. Der Bauminister der sich noch 2013 gegen die Nutzung von Windenergie und den Bau von Stromtrassen in Bayern einsetzte, wohl in der Hoffnung die Bayrische Industrie würde von fröhlichen blau-weißen Kälbern auf ihrem Weg zum Schlachthof mit Batterien versorgt werden.

Neuerdings fordert der egozentrische Platzhirsch auch noch EU-rechtswidrige Zurückweisungen von Flüchtlingen an den in Deutschland nicht-vorhandenen Grenzübergängen zu Nachbarstaaten. Die von König Horst angeregte Debatte/Erpressung vor dem Hintergrund der Flüchtlichgsverteilung innerhalb Europas ist symptomatisch für alle politischen Themen die die CSU in den letzten zwanzig Jahren angefasst hat – die Diskussion ist einseitig uninformiert; sie wird ohne tatsächliche Argumente geführt; und die angepriesenen „Lösungsvorschläge“ erfüllen keinerlei Zweck außer der temporären Gewinnung rechts-konservativer Wähler im eigenen Bundesland.

Urheberrechtsverletzung

Die CSU macht sich mit ihrer rechten Polemik in Deutschland nicht viele Freunde. via paolo-calleri.de

Seit zwanzig Jahren führt die CSU mit ihren konservativen Balzritualen die verbündeten Kollegen der CDU vor, und den Deutschen Wähler an der Brieftasche herum. In zwanzig Jahren gab es von den unchristlichen Asozialen keine Gesetzesentwürfe die nicht in erster Linie dem Wahlkampf im eigenen Bundesland dienten. Seit 1949 spukt die gemeinschaftliche Bundestagsfraktion von CDU und CSU im deutschen Bundestag umher, und spätestens seit der Jahrtausendwende zeigt die CSU keinerlei Interesse am Bürgertum das über solide Nazi-Polemik hinausginge.

Die CSU will auf Bundesebene nicht mitgestalten, hat nicht das Interesse des Bürgers im Auge, und setzte sich nicht für den wie-auch-immer-gearteten Schutz des Bürgers ein. Ansonsten hätten die Bayern ihre politischen Ämter dazu genutzt die Energieversorgung zu gewährleisten, Polizisten einzustellen, oder Lebensmittelhersteller zu kontrollieren. All diese Themen lagen und/oder liegen in der CSU-Kompetenz; blieben aber in Ermangelung echten Interesses unberührt. Jüngste Äußerungen führender CSU-Politiker haben erneut gezeigt, dass diese Partei ausschließlich mit ihrem eigenen Machterhalt beschäftigt ist. Dieses Problem lässt sich nicht spontan lösen, da sich Dummheit und Arroganz nicht verbieten lassen.

Aber zumindest kann die CDU den angerichteten Schaden stark begrenzen, indem sie die Koalition mit jener Partei aufkündigt, und die Kampfhähne der CSU zurückschickt in ihre Heimat, wo sie auf immer ihren Machtkampf gegen die Realität weiterführen mögen. Ganz im Sinne der eigenen Außenpolitik – egal was aus den Problemkindern wird, Hauptsache ich muss die nicht mehr sehen.

Gewaltenumverteilung – Innere Sicherheit auf Sparflamme

10 Dec North Cape near Honningsvag, Norway

Spätestens seit der Jahrtausendwende wird im öffentlichen Dienst massiv gespart, insbesondere in jenen Abteilungen die Deutschlands innere Sicherheit verantworten. Gefängniswärter weisen durchschnittlich 55 Krankheitstage im Jahr auf; Polizisten sind derart ausgelastet, dass sie neben Schnellfahrern und Falschparkern keine echten Verbrecher verfolgen können; und Richter sind inzwischen so rar, dass sie per Annonce in der Tageszeitung gesucht werden. (Ich wünschte, ich hätt’s erfunden.)

Kurzum, Vertreter der judikativen und exekutiven Gewalt werden in Deutschland derart unterfinanziert, dass sie ihrer Arbeit nicht mehr uneingeschränkt nachgehen können. Das Resultat ist ein rechtlicher Löcherkäse, und es sind überwiegend Besserverdiener die es sich in dessen Hohlräumen muckelig gemacht haben. Wer genug Geld oder politischen Einfluss zur Verfügung hat kann Rechtsverfahren so lange strecken bis die Verjährungsfrist droht, und der bearbeitende Richter die Strafverfolgung aus Zeitmangel einstellt. Wenn denn mal Haftstrafen verhangen werden dann zum überwiegenden Teil auf Bewährung, einfach um die überlasteten Gefängnisse zu schonen.

Autumn in my German backyard

Die Gewaltenteilung in Deutschland ist längst nicht mehr gut organisiert. Inzwischen ist es eher ein schizophrener Nebel.

Mit nicht-deutschen Verbrechern hingegen mag sich der deutsche Durchschnittsrichter gar nicht erst abgeben. Anstatt den polnischen Autodieb oder den russischen Handtaschenräuber durch ein geordnetes Strafverfahren zu schleifen, und ihn anschließend für mindestens ein halbes Jahr durch Inhaftierung an weiteren Diebstählen zu hindern, erlauben EU-Richtlinien auch ein sofortiges Freilassen. Im zugehörigen Zeitungsartikel heißt es dann: die „Personalien wurden festgestellt“. Also, die Polizei ist ausgerückt, hat mit viel Mühe den Ort des Verbrechens abgesichert, Zeugen befragt, den Tathergang rekonstruiert, die Beweislage dokumentiert, die Straftäter inhaftiert, und ihre Mitarbeit anhand von anderthalb Kilogramm bedrucktem Papier festgehalten. Zwölf Stunden nachdem die Sisyphus-Abteilung ihren Bericht unterschrieben und abgeheftet hat, verdirbt sich dann ein überarbeiteter Richter seine Mittagspause indem er ein dutzend solcher Akten durchguckt, und jene Fälle selektiert die für die Anklagebank aufgearbeitet werden. Und weil die deutsche Justiz ohnehin zu viel zu tun hat, und Belgien sich auch mal selbst um seine Straftäter kümmern kann, darum werden Fälle ohne Hauptbeteiligung von Bundesbürgern halt lieber vom Tisch geschubst.

Da wundert es dann auch nicht, dass Kleinkriminelle in Deutschland echte Karrieremöglichkeiten entdecken. Die Polizei ist personell unterbesetzt, wodurch Verbrechen selten aufgeklärt werden. Die Rechtskammern sind personell unterbesetzt, und lassen viele Fälle vom Tisch purzeln bevor es überhaupt zur Anklage kommt. Haftanstalten sind, genau, personell unterbesetzt, wodurch organisierte Verbrecher sich im Gefängnis oft entweder ein nettes Leben machen oder Kontakte für ihre weitere Karriere knüpfen, bevor sie sich vorzeitig selbst entlassen. Das heißt im Grunde: Kleinkriminelle werden in der Regel nicht gefasst; Gefasste werden oft nicht angeklagt; Angeklagte werden selten schuldig gesprochen; Schuldgesprochene werden selten inhaftiert; und Inhaftierte bleiben kaum länger als drei Monate im Gefängnis.

may-meltdown

Gewaltenteilung ist zwar ganz nett, Gewaltenverteilung ist aber viel unterhaltsamer.

Warum also der ganze Aufwand? Mir scheint, dass die finanzielle Zuwendung die unser Justizsystems erfährt in keiner Weise durch tatsächliche Erfolgsquoten begründet wird. Für das wenige Geld das wird den Gerichten, Strafvollzugsanstalten und Strafverfolgungsbehörden zukommen lassen sehen wir eine unverhältnismäßig geringe Gegenleistung. Daher mein Vorschlag zum Weitersparen: schaffen wir die judikativen und exekutiven Behörden einfach ab. Laut vorherrschender Meinung unserer Bundesregierung leben wir in einer Leistungsgesellschaft, und Nichts-Leistende wie Polizei oder Gericht verlieren darin einfach ihre Daseinsberechtigung.

„Die Gewaltenteilung ist ein elementarer Bestandteil unseres Rechtsstaates!“ werden jetzt verblendete Weltverbesserer monieren. (Mit Störrufen aus von der Linken oder den Grünen muss man ja immer rechnen.) Innerlich ist dieser Einwand natürlich richtig, stößt aber in einer Zeit des Merkelschen Sparens an seine realen Grenzen. Bereits jetzt ist das deutsche Rechtssystem so weit ausgehöhlt, dass viele Verfahren nur noch Symbolcharakter haben, und Symbolbehörden haben wir bereits genug (siehe Landwirtschaft, Umwelt). Wir können ja auch eine kleine Abteilung belassen, die sich dann mit so wichtigen bürgerlichen Themen beschäftigt wie Unkrautdichte im Neubauviertel, oder Trunkenheit auf dem Bürgersteig.

Die vollstreckende Gewalt, so sie denn jemand braucht, wird von der Bundeswehr übernommen. Unsere Verteidigungsarmee darf, abgesehen von absegneten NATO-Einsätzen, ohnehin nur zur Verteidigung der inneren Sicherheit eingesetzt werden, und schießen dürfen die Jungs und Mädels in grün auch nur wenn sie angegriffen werden. Die Kompetenzen sind jener der Polizei also so ähnlich, dass die Umstellung vermutlich nur eine farbliche wird.

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Das Thema ist ganz schön depressierend. Daher hier ein Foto von einer Katze.

Die Abschaffung von Polizei, Gefängnis, und eines großen Teils des Gerichtsapparates setzt nicht nur Arbeitskräfte frei, sondern spart auch Milliarden an Steuergeldern. Jenes Geld kann in Deutschland vielseitig investiert werden, zum Beispiel um den dritten Zweig unserer dreigeteilten Staatengewalt zu unterstützen: die Legislative, die ja ohnehin jährlich ihr eigenes Gehalt anheben. Das Monatsgehalt unserer obersten Staatsdiener, der Bundestagsabgeordneten, stieg zuletzt im Juli um €215, auf €9542. Zum Vergleich: das monatliche Durchschnittsgehalt eines Polizisten liegt bei circa €3500, Richter bekommen um die €3900, Justizvollzugsbeamter €2900. [Nebenbemerkung: dies sind Durchschnittswerte die ich nach Angaben von „Gehalt.de“ ausgerechnet habe, es handelt sich also vermutlich um einen Median, der durch Einbezug kaum erreichbarer Höchstgehälter in den jeweiligen Bezugsgruppen künstlich erhöht wirkt. Das Einstiegsgehalt für Polizisten liegt beispielsweise unter dem Minimum das auf „Gehalt.de“ angegeben wird. Die tatsächlichen Durchschnittsgehälter liegen vermutlich um mindestens €1000 tiefer als die obigen Angaben. Keine Sorge, die €9542 für Bundestagssitzkissenfüller sind korrekt.]

Die demokratisch gewählten Volksvertreter die unserer judikativen und exekutiven Gewalt vorschreiben wie, und mit welchen Mitteln sie ihre Arbeit machen sollen, beziehen also ein drei- bis viermal so hohes Gehalt wie jene Menschen die sich um die Umsetzung von Gesetzen kümmern. Das alles mag dem Normalbürger wirklichkeitsfremd und undemokratisch erscheinen, und ich finde auch, dass Gewaltenteilung auf dem Papier eine ganz tolle Sache ist, von wegen Gerechtigkeit und Machtbegrenzung und so. Aber wenn zwei von drei Zweigen völlig überlastet, und dadurch teilweise machtlos sind, während die Hauptwirkenden des dritten Zweiges so wenig zu tun haben, dass sie nebenher noch einer zweiten Tätigkeit nachgehen, kann man die Teilung in drei Gewalten doch eigentlich auch ganz abschaffen. Was da an Steuergeldern eingespart würde, könnte wesentlich handfestere Projekte unterstützen, wie zum Beispiel einen Berliner Großflughafen, oder Stuttgarter U-Bahnhof.

Sparen – gern. Aber halt mit Sachverstand. (Oder zur Vernichtung desselben.)

Sultan Erdogan against the European Terror Grandpas

23 Aug The Korean War Memorial in Washington D.C.

For about a decade the elected “president” of Turkey has been trying to make his country a member of the European Union, and for even longer he has been moaning about our European freedom of speech, and how much it disgusts him. Ever since he declared martial law over his country Erdogan’s helpers have been arresting political opponents left, right, and center. And after convincing his people to grant him dictatorial powers (by democratic vote, mind you!) he now also employs the police forces of other nations in his politically motivated man hunt. However, the most recent target of his elongated arm of injustice might prove to be a stumble in the wrong direction.

 

Lisbon, port view

Maybe it’s just too hot in Southern Europe. Some politicians there have immensily stupid ideas.

Dogan Akhanli is a German author with Turkish roots, and he has always had much to say about the new Ottoman kingdom. Especially now that Erdogan has nearly dictatorial powers Akhanli is full of criticism for Turkey, and the people that govern it. And so, Sultan Erdogan has ordered the prosecution of Akhanli, as he did with so many of his critics before, once again masking his efforts “protection against terrorism”. Last weekend Interpol located Akhanli during his vacation in Spain, and since Interpol is bound by international law he is now being held in detention by the Spanish authorities, while a Spanish court must decide whether or not the 60-year old author should be extradited to Turkey.

The latter is rather unlikely, since Turkey’s arrest order is based on a case of armed robbery; a case that dates back nearly thirty years, and one that he has been acquitted from in 2011. Back then the defence bench won significant points when two of the witnesses admitted to having been bullied by the police into implicating Akhanli in a robbery that he had otherwise nothing to do with.

 

Demise of International Police Efforts

So, Akhanli is German, a writer, and a critic of Sultan Erdogan; and there is no way Spain would ever extradite him to Turkey, not based on a poor accusation that is so blatantly motivated by non-democratic politics. Then why are we still talking about this subject? Because the case of Dogan Akhanli is a new escalation of Turkey’s war on its international critics. (Maybe I should be glad that nobody ever reads my blogs. For now I can still travel to the Middle East without fearing imprisonment.) As long as Erdogan prosecuted only his own people there was not much for his international partners to criticise. But now that he abuses Interpol, an international police force tasked with the prevention of drug traffic, terrorism, and illegal arms deals – you know, stuff that actually matters to all of us – now Europe has reasons to officially condemn and discredit Erdogan’s poor state of mind and his complete lack of diplomatic care.

In the past eight months Sultan Erdogan has ordered the arrest of many thousands of Turkish citizens, many of them seeking “refuge” (i.e. living) in European countries, where they hold first or second citizenship. All of these dissidents are accused of terrorism and conspiracy against Turkey, and the vast majority of them are journalists or otherwise literate critics of the sultan’s rule. That brings up some important questions: How desperate must a terrorist organisation be to enlist newspaper columnists and retired poets as their primary warriors? How much does it pay to rain death and destruction on the new Ottoman kingdom via pen and paper? And why haven’t organisations like ISIS and Al Qaida moved in on that business opportunity yet?

 

The Korean War Memorial in Washington D.C.

Turkey seems to be frozen in a political war against itself. Some days the Ottoman Empire relives some of its glory.

Let my people go!

Turkey has been demanding the extradition of European “terrorists” for many years; never providing any evidence for the legitimate prosecution of those thousands of journalists; all the while keeping political hostages imprisoned that worked for European news agencies, or spoke up against inhumanity, or simply went on vacation in Turkey, and stumbled into a left-winged demonstration. Now we finally have the opportunity to get those people back onto EU soil. We just claim them to be terrorists, and demand their immediate extradition to their respective home countries. As Turkey has shown, it is rather unnecessary to provide evidence for such ludicrous claims, and any disobedience to those demands justifies the use of foul language against the Turkish government.

It is disheartening to see how the ignorant loud mouths have taken over the international political stage, and that often enough the people they govern go along with their perverted ideas or political incorrectness. But if Sultan Erdogan accuses us to harbour terror grandpas and deadly poets in our democratic countries, the least we can do is demand the return of our own terror tourists.

Test papers, and the end of life

29 May Drizzle and trees in Molde Fjord, Norway

Today ends another cruise, and a new one begins. If you ignore the endless ranting of our psychotic manager the last cruise was actually very nice. The working conditions are still horrendous, but the sights along that Norway venture were spectacular. Today the ABC RypMeOff starts to travel to another part of Northern Europe that I have not visited before – Iceland. However, before we can focus on the new scenery our department has to undertake a monthly examination.

low tide at the port of Invergordon, Scotland

I know how to shoot a photo; I just don’t want the sight of people to ruin it.

At the end of every month our manager hands out a test paper to all photographers who have not yet been promoted to rank 1. Supposedly the test is provided by our masters in Geneva, and evaluates our abilities, thus serving as a potential resource to deny us promotions. Every test paper consists of three or four questions, and while every paper is a bit different, there are only about ten different questions total to draw from. Some of the questions ponder general issues of photography, such as “Which f-stop gives more light – f5.6 or f4.5”, or “What is sync speed?” Others are more cruise-oriented, like “How do you prepare for an event?”, or “Where are you safer at sea – in a life raft or a life west?”

One month ago, when I took my first test, I had no idea what its purpose was, and answered “Since I tend to keep my wits about me, I am generally well prepared for any event. But even if events of emergency fail to arise, it is always comforting to carry an extra set of undergarments.” Following my tenuous revelations I was then privately informed about the importance these tests carry, and that the “event” was to be understood as a scheduled photo shooting. It’s always a good sign when the meaning of test and questions have to be explained after you already took it.

Inquiries like those of the relative light-intensity at specific apertures invite a more straight-forward answer, but even here reality bears a weird costume. As Manager Mihai explained: “Of course f4.5 lets more light through the lens … Under normal conditions! But in a dark room they are both the same!” Similarly, a life raft as protective measure is just as useless as a life west “… when you are hit by a meteor.”

I do believe that a meteor impact would cause difficulties beyond eliminating any visual distinction between life raft and life vest. And the probability of any of our guests requesting a photo shooting in a dark room is insignificantly small. Silly me. In my youthful naivety I assumed that the exam paper was supposed to have some practical use! But what, then, is the point of this monthly quiz, if the questions are mere distractions, and the answers don’t matter? It seems to be built on the same premise as those quizzes in Women’s magazines. They are to distract you from the money you spent upfront, and challenge you to provide creative answers for non-sensical questions; i.e. provoke any kind of reaction from the test subject.

Botanical garden in Tromso, Norway

Flowers and snow in late May are a much more realistic sight than the background of any of the questions in our monthly photography test.

If such is the case, then our answers should reflect the meaning that we find in this job, while also distracting from our deficient performance as car salesmen. Next month I will be better prepared, with answers that truly rattle the flimsy cage of cruise photography. For next month’s test I will prepare answers like this one:

What is sync speed? – A measure of the relative passage of time between distinctive events, such as the accession of physical and mental work effort, and the monetary gratitude expressed by the company. The speed of account synchronisation is very often judged as “too slow” by cruise photographers, and “too fast” by their employers.

Which f-stop gives more light? – No F has ever been reported to stop for the sole purpose of giving light, for such charity is not in its nature. In a cruel twist of latent irony the common f-stop is terminally enlightened by any meteor it encounters directly, be it in the dark room, or any other space where photo managers fail to acknowledge the existence of reality.

After tonight’s written examination I am gathering new hopes that ABC Cruises will soon reach the clarity of mind that allows it to envision my full potential as a member of their prosperous slave force. And I am proud to not have inserted a single mark of punctuation into that sentence. That alone should make you understand that I am perturbed beyond reason, and ready to yell at any official ABC representative for ignoring the mental deficiencies that dominate this department. This idiotic test and its non-existent solution prove once more that the ignorance and the mechanic subjugation that this department are built on are exaggerated by our manager, but are in themselves merely part of a systemic effort to minimise critical discussion, while maximising the amount of symbolic grounds for evaluation.

And I don’t even get paid!

Photo Management and Schadenfreude

28 May North Cape near Honningsvag, Norway

It’s another sea day, and my messy cell mate is off to work the morning shift. I had to haul a pile of his clothing across the cabin to make space for my laptop, but at least our “shared” desk no longer is a beach of crumbs, and talcum powder. Thus, I actually have time and space to continue my writing. [Spoiler Alert! During my contract as cruise photographer I never had much, if any, spare time, so all these well-written blog posts had to be edited and published after my return to the main land. I should have used my time to work on that manuscript with my former supervisor, but instead I usually focused on gathering thoughts for my blog. If you don’t tell him, neither will I.]

Every night the photographers aboard the ABC RypMeOff build photo booths across the ship, and try to shoot loads of passenger portraits. Our management always provides us with a target number that we should aim for, and we usually miss that target by a considerable margin. Even though we really try to argue and convince passengers to have their pictures taken at their dining room tables and in photo booths, most of them simply have enough of those photos already, and rather shoo us away. So last night our team brought back approximately forty photos per person and dining room, while our target was roughly five times that number, leaving our manager to grumble about our apparent deficiencies. We know that the numbers aren’t good, but our manager can’t resist the urge to rub it in, so last night he sent us to bed with yet another one of his berating speeches. The photo manager has always questioned our engagement in the job, and bragged about his own potential, but last night he delivered a whole new package of idiosyncrasy.

Cruise Photography with portable lights

Apparently there is always someone taking photos aboard the ABC RypMeOff. Even if nobody wants their photos taken anyway.

According to manager Mihai we do not involve ourselves, even try to avoid work. That would also explain the low number of portraits that we shot along this cruise: there is barely a night in which we exceeded one third of the targeted number. Manager Mihai went through great lengths to point out that Bolek consistently shoots more photos than any of the rank-1 photographers, despite missing at least five years of their experience. He then went on saying that Bolek shot a shameful thirteen pictures last night, which massively undermines his whole argument, but nether the less – Bolek is the most involved shooter on this ship, and he is really shitty. [I’m not sure what I was supposed to gain from that statement, but we have learned not to argue with Mihai’s “logic”, because it only brews up additional anger.]

Somehow Mihai never mentioned my name in his angry tirade. Which is just as well, because I only shot three evenings out of eleven, which somewhat skews his “statistical comparison”. One might also mention that some locations see relatively little traffic to begin with, making it impossible to compare anyone’s efforts. Additionally, passengers tend to avoid any location where they were shot before, and long port days see relatively greater degrees of tiredness among the already unwilling passengers than the boring and uneventful sea days. None of that really matters, because any attempt at explaining reality to Mihai just stirs up more trouble.

Cruise Photography during embarkation

Shooting grumpy passengers is actually stressful enough, but our manager thinks he should add some trouble of his own.

According to the “most amazing photo manager” we are “too lazy” to work, “do not involve ourselves”, and spend too much time “f#@&ing around” while on the job. In essence, we do not make any effort to shoot pictures, and are, therefore, a “shame as photographers”. The experienced rank-1 photographers should “never been promoted”, and soil the rank they embody. As little as I like my coworkers, I do hope that some of them are secretly submissive masochists, so that the humiliation at least fulfills their hidden fetishes.

However, Mihai’s daily task of berating and shaming his team did not end there. He finished with an empty promise, and a bold one at that. During the next cruise, on the last gala evening, he will shoot one restaurant all by himself, only accompanied by his assistant manager (probably to record his victorious campaign, and to tell the world of the miracles he witnessed). Since Mihai is more engaged than the rest of us, he will shoot EVERYONE who sits in the dining room at that time. He is also going to shoot portraits in one location of our choosing. Obviously, he will “make 600 pictures, easy”, which constitutes about twice our normal target, and ten times of what the passengers allow us to shoot.

In anticipation of said events I invented the term “Schadenvorfreude”. It describes the fun feeling that something terrible is going to happen to a bad person. Such as the physical assault charge that Mihal will face when he tries to drag unwilling passengers into his studio. Or his humiliation upon realising that it is physically impossible to shoot three-hundred passengers in half an hour. I slept well last night, embracing myself in my moral superiority, and the warm feeling of Schadenvorfreude. Too bad that one week from now Mihai won’t remember any of his empty promises. And none of us is likely to remind him, since most of us would rather go to bed an hour earlier than listen to his incoherent rambles regarding his imagined superpowers.

Drizzle and trees in Molde Fjord, Norway

Always remember Molde. The lone tree in a magically misty forest. It helps pass the time during any obstructive manager meeting.

On the plus side, tomorrow a new manager will come aboard, and if nothing extraordinarily weird happens, he will replace Manager Mihai at the end of the next cruise. (From past blog posts you already know that the bar for “extraordinarily weird” is very high.) All of the suffering may see its end, even without my terminal resignation.

Salary of cruise crew

27 May Central Park in Bergen, Norway

Every labour has its price. At the end of the day you would hope that the price on your own health was matched or exceeded by a monetary compensation from your employer. With big international corporations that is not always (barely ever) the case, so today, one month after I started this job as cruise photographer, we really should talk about money.

Central Park in Bergen, Norway

Bergen is full of parks and great architecture. It’s also a rich city, but of that money I saw little.

Tonight I shot pictures in the Atrium, together with Marina, one of my few semi-normal coworkers in this otherwise lunacy-driven department. In between waves of unwilling passengers we had some time to chat about work. The central question of our conversation was “why are you here”, which Marina translated into “who lied to you?” A valiant observation, as I might add. Luca lied to me; he is the agent who recruited me to this vessel. He promised me fair working conditions, and a salary of roughly $1000 per cruise; with one cruise lasting about one week. I won’t comment on Luca’s interpretation of “fair working conditions”, because there already is a sweep of blogs dealing with that strangulation of reality. Instead, I will comment to some extent on the money.

$1000 per week, multiplied with four weeks per month makes approximately $4000 a month, a more than fair salary for a first-world citizen. However, my true salary appears to be one quarter of that, or so everyone else on the team claims. Not that I really could tell at this point, because I have not been paid yet. So far I only had expenses.

Before even being considered for the job I had to provide several certificates that guaranteed I was healthy (€95), knew the difference between safety and danger (€740), and was able to point towards the nearest exit (€50). Since not everybody can certify these things, I had to travel to certain educational institutions (€94), find accommodation in their vicinity (€304), and have the certificates ratified by a peculiar German government agency (€25). Travelling internationally also bears health risks, so I had to be vaccinated against yellow fever and a few other plagues (€124).

Goemon5 aboard the ABC RypMeOff

Just as any job aboard that of the cruise photographer somes with a uniform code.

Uniforms are not free either. Luckily, I was given an outline of the dress code for cruise photographers, and spent one day in Berlin (€12) to purchase code-abiding clothes in various second-hand shops (€118). Aboard the vessel I realised that I was not quite done purchasing things, and had to add a department-branded polo shirt (€8), tie (€2), and bow tie (€2), followed by a request to purchase black socks (€9) and dress shoes (€18). The last two items will only become relevant in a few days, but I shall add them to the list anyway. Finally, to date I invested €20 into an unjustifiably slow internet connection, because there is no other way to communicate with the outside world. At least not if you want to use your port time to, you know, see the port, instead of stealing free WiFi at a willing Internet Café.

So far it cost me €1401 to start and keep my job as cruise photographer, while the only personal investment ABC Cruises has made was the flight and cab ride that brought me to the ship. That’s right, cruise companies don’t pay upfront for personal expenses. You either pay for that stuff on your own, or you don’t get the job. It’s not surprising then that not more people are clambering to get a job aboard – you have to be really invested to be considered for a position, and for the first two months almost your entire payment goes towards covering your upfront investments.

Now, I did not know this before I started, and my calculations came to a much more positive conclusion. Luca actually said my pay would be around $4000 a month, which I was naïve enough to believe. “Hold on, stupid,” I hear you screaming, “surely you signed a contract of employment, stating your financial agreement with ABC Cruises!” Yes, I did, and said paper claims that the wages amount to $994. However the contract does not state the time frame during which this money is to be considered. Thus, the statement agrees with Luca’s claim of “about one thousand dollars per cruise”, while also adhering to the reality of roughly $1000 per month. I should probably be thankful that the time frame does not encompass a whole year, otherwise the job would never start paying for itself.

Just imagine the pure evil behind this treachery – your new boss provides you with a very lucrative pay week, and asks you to invest two weeks worth of salary upfront. Then it turns out he meant “pay month”, which effectively quarters your earnings. And you can’t even leave the job, because you made upfront investments that your employer was too cheap to pay for.

Globe Monument at the North Cape, Norway

Just as tourists get ripped off at the North Cape cruise crew are used and abused by their employer.

Fortunately, I never buy anything on credit, so I don’t HAVE to pay off those initial investments, although I would prefer not to make a loss on this adventure. Our crew members from Indonesia, Brazil, or Macedonia rarely have that luxury. Once they are aboard, they need to finish their seven-month contract in order to make it worthwhile. On top of that they often have to pay a few hundred dollars to cruise agencies in order to get invited for an interview. That probably explains why the ABC RypMeOff is overrun with disgruntled men and women from 2nd-World countries. Both the job and the pay are terrible, but the overall income still is far better than anything they would ever get back home.

What about me, then? I could easily make the same amount of money if I was flipping burgers, which also strikes against my belief system, but at the very least grants a better work atmosphere, AND shorter work days. A few weeks back I was also jesting about applying as cruise musician. In the past few days that option has become far more attractive, and will undergo serious consideration as soon as I return home.

But before that I have to finish this contract, one way or another. Since my grand discussion with the human resource manager two weeks ago I have not received any more complains about my personality or visual appearance. That means getting fired is off the table for the moment. Still, I don’t easily quit a project that I started; that is not in my stubborn nature. Either I find considerable reason to leave this hazardous occupation, or I finish this grossly underpaid contract. Now that I know the truth about my salary the phrase “at least I get paid” is no longer a viable excuse for the terrible treatment I endure aboard this vessel. Time will tell if we can find a reliable replacement.

 

PS.: We also visited Bergen, and it was nice. Click here to view pretty pictures.